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Komplexe Bauprojekte brauchen gemeinsame Verantwortung.

Die Integrierte Projektabwicklung (IPA) ist ein partnerschaftliches Projektmodell, bei dem Bauherr, Planung und Ausführung von Beginn an gemeinsam Verantwortung für den Projekterfolg übernehmen.

HKL begleitet Projekte, in denen technische Anforderungen, Projektziele und Ausführung früh zusammengeführt werden — mit direkter Abstimmung, klareren Entscheidungswegen und weniger Reibung zwischen den Beteiligten.

 

IPA verstehen wir dabei nicht als Theoriemodell, sondern als Arbeitsweise für Projekte mit hoher technischer und organisatorischer Komplexität.

 

Projekt besprechen

Viele Probleme entstehen nicht durch fehlendes Fachwissen. Sondern weil Informationen und Entscheidungen zu spät zusammenlaufen.

In klassischen Projektstrukturen werden Planung, Ausführung und technische Anforderungen häufig nacheinander entwickelt und abgestimmt. Beteiligte arbeiten über lange Zeit in getrennten Verantwortlichkeiten, obwohl ihre Entscheidungen unmittelbar voneinander abhängen. Gerade bei komplexen Bauprojekten führt das regelmäßig zu Situationen, in denen Anforderungen erst spät vollständig sichtbar werden:

  • technische Systeme treffen erst in späteren Phasen aufeinander,
  • Entscheidungen müssen mehrfach korrigiert werden,
  • Abstimmungen laufen über viele Schnittstellen,
  • und Verantwortung verteilt sich auf einzelne Projektbereiche statt auf das Projekt als Ganzes.

 

Der Aufwand entsteht dadurch oft nicht auf der Baustelle selbst, sondern zwischen den Prozessen.

Teamwork beginnt nicht erst in der Ausführung.

In der integrierten Projektabwicklung werden Planung, Bauherr und Ausführung deutlich früher zusammengeführt als in klassischen Projektmodellen. Technische Anforderungen, Kosten, Termine und Umsetzbarkeit werden nicht isoliert betrachtet, sondern gemeinsam entwickelt.

Gerade in Projekten mit hoher Komplexität verändert das die Zusammenarbeit spürbar: Abstimmungen werden direkter, Entscheidungen belastbarer und technische Fragestellungen früher sichtbar.

Die IPA-Kernpunkte

  • Mehrparteiensystem

    Die wichtigsten Partner tragen gemeinsam Verantwortung für das Projekt.

  • Frühe Einbindung

    Die richtigen Partner sitzen von Anfang an mit am Tisch.

  • Gemeinsames Risikomanagement

    Chancen und Risiken werden früh gemeinsam bewertet.

  • Gemeinsame Entscheidungen

    Entscheidend ist, was dem Gesamtprojekt hilft.

  • Gemeinsames Anreizsystem

    Der gemeinsame Projekterfolg zahlt sich für alle aus.

  • Kollaborative Arbeitsmethoden

    BIM und Lean schaffen eine gemeinsame Arbeitsgrundlage.

  • Lösungsorientierte Konfliktbearbeitung

    Im Mittelpunkt steht die Lösung, nicht die Schuldfrage.

  • Kooperative Haltung

    Vertrauen, Offenheit und Respekt prägen die Zusammenarbeit.

Warum HKL auf IPA setzt

Aus unserer Erfahrung werden Projekte dann besser, wenn Informationen früh zusammenlaufen und Entscheidungen gemeinsam vorbereitet werden. IPA schafft dafür die Grundlage. Entscheidend bleibt jedoch, wie offen und verbindlich im Projekt tatsächlich zusammengearbeitet wird.

„Kooperation entsteht nicht allein durch gute Absichten. Projekte brauchen Strukturen, in denen Entscheidungen gemeinsam vorbereitet und Verantwortung gemeinsam getragen werden.“

Martin Deutschmann,
Geschäftsführer

ITZ Ilmenau – Eines der ersten IPA-Projekte des Bundes

Kurze Planungs- und Bauzeiten, ein hoher Vorfertigungsgrad und anspruchsvolle Nachhaltigkeitsziele prägten das ITZ Ilmenau von Beginn an. Als eines der ersten erfolgreich abgeschlossenen IPA-Projekte des Bundes gilt das Vorhaben als „Sprinter“ unter den IPA-Projekten: Zwischen Auftragserteilung und Fertigstellung lagen lediglich 15 Monate. Möglich wurde das durch die Kombination aus Modulbauweise und Integrierter Projektabwicklung, bei der viele Entscheidungen deutlich früher getroffen wurden als in klassischen Bauprojekten.

Herausforderung

Der enge Zeitrahmen ließ kaum Spielraum für spätere Änderungen. Entscheidungen mussten früh getroffen und alle Fachdisziplinen eng aufeinander abgestimmt werden. Gleichzeitig galt es, hohe Anforderungen an Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Modulbau zuverlässig umzusetzen.

 

Zusammenarbeit im Projekt

Durch die integrierte Projektabwicklung konnten technische Fragestellungen deutlich früher gemeinsam bewertet werden. Entscheidungen liefen nicht nacheinander über einzelne Projektbereiche, sondern wurden direkt zwischen den Beteiligten abgestimmt.

Projektdetails & Mehrwerte

 

Ort: Ilmenau


Nutzung: Verwaltungsgebäude in modularer Bauweise


Rolle HKL: Planung der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) in den Leistungsphasen 1 bis 9 im Rahmen der Integrierten Projektabwicklung (IPA).

Das zwei- bis dreigeschossige Modulgebäude verbindet einen hohen Vorfertigungsgrad mit anspruchsvollen technischen Vorgaben. Dazu gehören eine lichte Raumhöhe von 2,75 Metern, die Anforderungen der Gebäudeklasse 3 mit zwei Brandabschnitten und F30 sowie der Zielstandard EGB 40. Ergänzt wurde das Nachhaltigkeitskonzept durch die angestrebte Zertifizierung nach BNB-Silber.

Raumbedarf, Leitungsführung, Technikzentralen, Vorfertigungsgrad und Energieeffizienz mussten bereits in frühen Planungsphasen verbindlich abgestimmt werden. Dafür arbeiteten insbesondere Architektur, TGA, Tragwerksplanung und Modulbauhersteller kontinuierlich an den gemeinsamen Schnittstellen. BIM und Lean Construction halfen, mögliche Konflikte früh sichtbar zu machen und Lösungen rechtzeitig in die Planung zu integrieren.

Für HKL war das ITZ Ilmenau ein wichtiges Erfahrungsfeld für die Arbeit in integrierten Projektorganisationen. Besonders wertvoll waren die Erkenntnisse zur Planung bei hohem Vorfertigungsgrad, zur Steuerung technischer Schnittstellen und zum digitalen Projektmonitoring. Mit Power BI konnten Kostenentwicklungen und Projektrisiken transparent dargestellt werden. Diese Erfahrungen lassen sich gezielt auf zukünftige IPA- und Modulbauprojekte übertragen.

„Gerade in komplexen Projekten zeigt sich schnell, wie viel Aufwand entsteht, wenn Informationen und Entscheidungen zu spät zusammenlaufen.“

Martin Deutschmann,
Geschäftsführer

Projekt JUMO SENSILO – NEUES WERK IN FULDA-RODGES

Mit dem SENSILO-Werk errichtete JUMO eine neue Produktionsstätte für Sensor- und Automatisierungstechnik. Produktions-, Logistik-, Verwaltungs- und Reinraumbereiche wurden an einem neuen Standort zusammengeführt und auf effizientere Abläufe ausgerichtet. So entstand eine Fabrik, die moderne Produktionsprozesse mit den Anforderungen an weiteres Wachstum verbindet.

 

Ort: Fulda


Nutzung: Produktionsstätte für Sensor- und Automatisierungstechnik mit Produktions-, Logistik-, Verwaltungs- und Reinraumbereichen


Rolle HKL: Planung und Bauüberwachung der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) einschließlich Entwicklung des Energiekonzepts und Begleitung des Lean Managements unter Anwendung zentraler Prinzipien der Integrierten Projektabwicklung.

Die ersten Überlegungen für einen Neubau entstanden bereits 2015. Aufgrund der damaligen wirtschaftlichen Situation wurde das Vorhaben zunächst gestoppt und im Frühjahr 2022 wieder aufgenommen. Von Beginn an setzte die Projektleitung von JUMO auf eine andere Form der Zusammenarbeit. Vertrauen, Offenheit und der direkte Austausch zwischen den Beteiligten wurden zur Grundlage für die weitere Planung und Umsetzung.

Das Vorhaben startete nicht mit dem Ziel, ein IPA-Projekt zu werden. Vielmehr führte die Haltung der Beteiligten dazu, dass viele IPA-Charakteristika im Projektalltag ganz selbstverständlich umgesetzt wurden. Parallel zum Projektstart sorgte der Ukrainekrieg für instabile Preis- und Lieferbedingungen. Deshalb wurden die ausführenden Unternehmen bereits während der Entwurfsplanung zur indikativen Preisbindung eingebunden – zunächst noch ohne Vertrag. Nach Einreichung des Bauantrags erfolgte die Beauftragung im Open-Book-Verfahren. Dadurch konnte JUMO den klassischen Vergabezeitraum um drei bis sechs Monate verkürzen und die neue Produktion schneller hochfahren.

„Best for Project“ war mehr als ein Leitsatz. Gerade während der Ausführung wurden immer wieder gewerkeübergreifende Lösungen entwickelt, mit denen Budget und ambitionierter Terminplan eingehalten werden konnten. Schwierigkeiten gab es dabei wie in jedem komplexen Bauprojekt. Der Unterschied lag im Umgang damit: Im Mittelpunkt stand nicht der einzelne Leistungsbereich, sondern die beste Lösung für JUMO.

  • Mehrere zwei- bis dreitägige Workshops in der Planungsphase mit Volker Viehoff und seinem Team

  • Lean Management während der Bauphase

  • Schnittstellenliste zur Koordination der beteiligten Gewerke

  • Logbuch für die Verschiebung von Leistungen zwischen den Gewerken

  • Monatlicher Lenkungskreis mit direkter Berichterstattung an die JUMO-Geschäftsführung

  • Gewinnbeteiligung der beteiligten Unternehmen

  • Monatliches Bratwurstessen mit allen Beteiligten auf der Baustelle

Was IPA im Projekt bewirkt

Wenn alle Beteiligten früh und offen zusammenarbeiten, werden Entscheidungen schneller, Abläufe klarer und Lösungen besser.

Ein klarer Rahmen: das Phasenmodell der integrierten Projektabwicklung

Die Integrierte Projektabwicklung folgt einem definierten Phasenmodell. Von der Vorbereitung bis zur Gewährleistung arbeiten Bauherr, Planung und Ausführung Schritt für Schritt auf gemeinsame Projektziele hin. Jede Phase baut auf der vorherigen auf und schafft die Grundlage für eine verlässliche Zusammenarbeit im weiteren Projektverlauf.

  • Vorbereitung

    Grundlagen gemeinsam schaffen.

  • Partnerauswahl

    Die richtigen Partner einbinden.

  • Integrierte Planung

    Lösungen gemeinsam entwickeln.

  • Integrierte Realisierung

    Entscheidungen direkt im Projekt.

  • Gewährleistung

    Qualität nachhaltig sichern.

Martin Deutschmann
Geschäftsführer

Komplexe Projekte brauchen andere Formen der Zusammenarbeit.

Lassen Sie uns darüber sprechen, wie integrierte Projektabwicklung in der Praxis funktionieren kann — technisch, organisatorisch und im täglichen Projektablauf.

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